UweImortBlog

Trends – Teil 1: MILKING

3 Kommentare

Trends Teil 1

Trends sind reine Ansichtssache. Einige scheinen harmlos, einige witzig, andere hingegen sind äußerst gefährlich. Wieder andere scheinen völlig Sinn befreit oder äußerst weltfremd zu sein. In loser Folge werde ich Trends aufgreifen, vorstellen und wertfrei dokumentieren. Soll ebenfalls bedeuten, ich betreibe die beschrieben Trends nicht zwangsläufig.

milk

Heute:

Milking

„Da schüttet sich jemand auf offener Straße Milch über den Kopf!“

Liest sich im ersten Moment wie ein Witz, ist aber keiner. Milking scheint eine witzige oder freche Performance zu sein. Auf der anderen Seite ist milking eine Art politisches Statement.

Welche Gründe liegen laut Protestlern vor, um Milch zu verschütten? Ein gewaltfreier Protest gegen die Ausbeutung von Natur, Landwirtschaft und gegen die Verschwender-Gesellschaft. Landwirte beklagen den stetig sinkenden Milchpreis, Industrie und Warenhausketten verlangen immer größere Mengen, wollen aber immer weniger dafür zahlen. Milchmarktpolitik die seit einigen Jahren die Gemüter bewegt und erhitzt.

Dies gefährdet die Existenz vieler  landwirtschaftlicher Betriebe. Aufwand und Produktionskosten stehen in keinem Verhältnis mehr zur Bezahlung. Die ökonomische Haltung der Milchkühe wird folglich faktisch unmöglich. Eine Frage der Zeit, bis sich dieser Umstand auf die Qualität auswirkt oder evtl. sogar schon hat. Dem Trend milking geht also eine tief greifende Ursache voraus.

Herkunft

Woher milking tatsächlich stammt ist fraglich. Populär wurde miliking durch ein englisches Studenten-Video aus dem Jahre 2012. Dem folgten binnen kürzester Zeit weltweit Nachahmer. Nachweislich wurde das Verschütten von Milch aber schon von Argra -& Bauernverbänden (bei politischen Anlässen) Jahre zuvor praktiziert. Siehe dazu das letzte Video in diesem Beitrag. (unten)

Das Wort milking ist ansonsten der englische Ausdruck für den Vorgang den Euter einer Kuh oder Ziege zu melken.

Bildet euch eine eigene Meinung, grübelt oder habt einfach Spaß.

Die milking Aussage

Aus einer Idee der Anklage am Raubbau (Flora & Fauna) und der Ausbeutung von Menschen, hat sich ein Fun-Trend entwickelt. Es ist fraglich ob alle milking Videos im Internet im Sinne des Protestes entstanden sind. Oft drängt sich der Verdacht auf, als wüssten die agierenden Personen nicht um die Herkunft dieses noch recht jungen Brauchs. Viele wollen sicherlich nur ein schräges oder cooles Video drehen.

Milking ist keine neue Idee, gewaltlosen Protest anzuzeigen. Seit vielen Jahren/Jahrzehnten gehen dem milking ähnliche Praktiken voraus. Da wären: zerschlagen/werfen von Eiern, das vergießen von Wein, Butter und vielem mehr.

Milking Anleitung

Milking richtig:

  • Ein Ort im Freien, das kann (muss aber nicht) ein außergewöhnlicher Ort sein.
  • Miliking zu Protestzwecken wird gern vor einem Konsumtempel der großen Ketten durchgeführt.
  • Milch wird gekauft und nicht gestohlen. (Video dokumentierte, strafbare Handlung und Armutszeugnis der Uncoolheit).
  • Korrekt muss die Milch auch über den Kopf fließen, Brust oder Bauch allein gelten als feige.

Milking falsch:

  • Gestohlene Milch, zeigt das ihr die Industrie bei der Rechtfertigung von Preiserhöhungen unterstützt, den Ketten durch Inventurdifferenzen ermöglicht Mitarbeiter leichter zu kündigen.
  • Miliking findet nicht in einem Einzelhandelsbetrieb statt. Mitarbeiter müssen den Dreck weg machen, andere Kunden können ausrutschen u.s.w.
  • Kleine Rinnsale, Becher oder nur halbe/angefangene Behältnisse sind ein Witz. 1 Liter (in Deutschland bis 1,5L Packungen) gelten als Maß der Dinge.

 Milking Protest – Bauernverband – Brüssel 2012

Advertisements

Autor: Imort

Mitten im Leben, dabei wenn es sich lohnt.

3 Kommentare zu “Trends – Teil 1: MILKING

  1. Hallo Uwe,

    eigentlich halte ich ja wirklich nichts von Lebensmittelverschwendung, aber ich weiß, wie es den Bauern geht. Habe in meiner Verwandschaft auch Bauern, mit sehr viel Milchvieh. Tatsächlich ist es fast egal, ob die Milch weggeschüttet ist, oder verkauft wird. Viel rum kommt dabei nicht. Dennoch würde ich mich dabei unbehaglich fühlen.

    Gruß,
    Martin

    • Hallo Martin,
      danke für deinen Kommentar. Vor einigen Tagen habe ich einen Bericht über Milchwirtschaft, Milchkühe, deren Lebensbedingungen und Arbeitsleistung gesehen. Weniger produktive Rassen stehen vor dem Aussterben, andere sind gnadenlos überzüchtet. Selbst auf gut geführten Milchhöfen gehört grasen auf einer grünen Wiese der weiten Vergangenheit an. Heute zählt Trockennahrung, Kraftfutter + erlaubte Zusätze damit die Tiere auf 50 Liter am Tag kommen – Akkordarbeit.

      Als Folge treten Mangelerscheinungen und Unfruchtbarkeit auf. Die dauergeschwängerten Kühe müssen einfach erkranken. Auf einigen Höfen werden Tiere geschlagen und landen lebendig (ohne Futter) auf dem Müll wenn die Behandlungskosten zu hoch werden. Milchbauern werden durch die geringen Erträge zu solch „wirtschaftlichen“ Verhalten gradezu gezuwungen.

      Dieser Bericht hat mich wirklich erschüttert.

  2. Naja teilweise etwas sinnlos oder was meinst du?

Hier bitte deinen Kommentar eingeben.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s