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Tatzen-Talisman

4 Kommentare

wpid-img_20150508_132750.jpgNeue Specksteinvorräte bedeuten neue Herausforderungen. Eigentlich (und auch uneigentlich) habe ich es gar nicht anders gewollt. Da kam mir die Anfrage eines Freundes gerade recht. Dem wollte ich schon längst ein Geschenk verpassen. Denn im Gegensatz zu ihm, hatte ich an die letzten Geburtstage nicht gedacht. Ein Glücksbringer, etwas mit Seele sollte es sein. Also wünschte er sich einen …

TATZEN-TALISMAN 

Also habe ich notgedrungen alle dringend notwendigen Putzarbeiten unterbrochen. Sicherlich werden viele Leser/innen verstehen, wie viel Überwindung mich dieses kostete. Aber was tut man nicht alles für gute Bekannte?

Also verschwand ich vor Ideen strotzend in meiner Werkstatt. Ein ausführliches Studium von Pfotenabdrücken bildete die Basisarbeit. Auf ein wölfisches Original festgelegt, übertrug ich die Maße 1:5 auf einen steinernen Rundling. Ich greife hier gern zu einem Marker. Aber auch stinknormale Bleistifte kann ich empfehlen.

Wenn ihr mit Speckstein arbeitet … saugen, bitte denkt immer ans Saugen. Gemeint ist nicht etwa der Strohhalm in eurer Cola. Ich meine den Schmutzschlucker, der euren Teppich küsst und die Wollmäuse unter den Betten hervorlockt. So ein Staubsauger erlöst euch von Bergen feinen, widerlichen, nervenden, klebenden, in der Nase kitzelnden, in jeder Faser und Pore eures Körpers festsetzenden Steinstaubs. (Luft hol – sprecht diesen Satz mal am Stück aus.)

wpid-tatze-tarrian.png.png

Ausführliche Schleif- & Bohrarbeiten trugen dann die unerwünschten Steinereien Schicht um Schicht ab. Hier kann auch das Multitool bzw. ein Dremel helfen. Die Feinarbeit an den Übergängen erledige ich dann aber lieber mit einem selbst hergestellten Kratzwerkzeug. Denn wenn AB dann AB, was mit elektrischen Werkzeugen recht schnell geht.

Um der Sache dann den richtigen Schliff zu verpassen, bin ich mit dem Schmuckstück auf dem Klo verschwunden. Nein, zur Veredelung gehören keine Körperflüssigkeiten. Aber mit Nassschleifpapier ging es unter den Wasserhahn. Es ist schon eine Fummelarbeit das zusammengeknüddelte* Papier in die kleinen Aushöhlungen zu bekommen. Nichts für schwache Nerven, denn geschätzte 187,5 Stunden später sind alle ungewollten Kratzer auf Vorder- & Rückseite dem Schleiflappen gewichen.

Auf besonderen Wunsch habe ich das Lederband nicht durch den Anhänger getrieben. Hier habe ich eine durchgehende Kerbe an der Kante ausgefeilt. Flux in die Kordel einen Knoten, über diesen, eine Perle zur Stabilisierung. So kann sich die Verschnürung nicht in Wohlgefallen auflösen.

Zum Schluss ertränke ich meine Anhänger gern in Öl. Mit einem sadistischen Lächeln döppe* ich Stein samt Gebändel für 2 Tage unter. Zur Sicherhet habe ich den Knoten im geölten Zustand nochmals ordentlich angezogen … halt wegen die Sicherheit*

Vom abtropfenden Pflegemittel befreit, ist der Anhänger heute in die Post gegangen. Auf das Urteil des künftigen Trägers bin ich gespannt. Mir selbst hat der Talisman ganz gut gefallen.

* sagt man so im Ruhrpott

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Autor: Imort

Mitten im Leben, dabei wenn es sich lohnt.

4 Kommentare zu “Tatzen-Talisman

  1. Hallo,

    ist das aus echtem Stein? Oder Seife, weil es im englischen Soaptone heisst?

    LG
    Robert

    • Hallo Robert,

      Speckstein ist richtiges Gestein. Da aber einige Sorten so weich wie vergleichsweise Block-Seife sind, hat sich in anderen Länder der Begriff „Seife“ eingebürgert. Besonders die bräunlichen Sorten sind recht weich. Man kann schon mit dem Figernagel etwas einritzen. Die schwarzen, grauen oder auch die weißen Sorten sind erheblich härter. Es bedarf schon guten Werkzeugs,um diese Härtegrade zu bearbeiten.
      LG
      Uwe

  2. Hallo mein Lieber,

    dieser Anhänger ist der Schönste, den du hier bisher vorgeführt hast. Ich liebäugel schon eine Weile mit denen Unikaten, wäre es vielleicht möglich, dass du auch einmal ein Kleinod für mich anfertigst?

    Liebe Grüße
    Sandra

    • Hallo Sandra, mir gefällt die Wolftatze auch. Danke für das dein Lob, ich fühle mich geehrt.
      Schreibe mir bitte eine Mail, wenn du dich für einen Anhänger interessierst. Umschreibe mir, wie bzw. was für ein Motiv du dir vorstellst. Dann kann ich abschätzen, ob ich es mir zutraue.

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