UweImortBlog


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MEIN HAPPY DONNERSTAG

Die Welt ist nicht nur voller Idioten und Langfinger. Das hat sich mir heute wieder einmal bewiesen. Nach meinen schlechten Erfahrungen vor einigen Wochen (Diebstahl), bin ich heute auf einen großzügigen Menschen gestoßen.

Auf den ebxx Kleinanzeigen-Seiten bin ich mit meiner Spürnase auf Entdeckungsfahrt gegangen. Also Leinen los und ab ins Netz. Bei einem cremigen Frühstückskaffee hüpfte ich durch die vielen Angebotskategorien. Mit Anlauf ging es über: Filme, Möbel, Farben, Pflanzen und Einfamilienhäuser.

Gerne schaue ich in die Sparten tauschen und verschenken. Mit ordentlich Wiederstandskraft ging es an solch verlockenden Angeboten wie einer defekten Waschmaschine und auch dem kostenlosen Bauschutt vorbei. Wohin nur damit, war mein Gedanke. Die Garage ist schon voll, verdammt voll. Stofftiere, Kleiderbügel, Druckerpatronen, sie alle suchten ein neues Zuhause. „Voll, verdammt voll“ und weiter, nicht lange überlegen sonst … doch was war das?

Keilrahmen, also jenes, worauf Picasso seine Kunstwerke gemalt hat, wollte jemand verschenken. Ein ganzer Stapel von vier Stück. Das Angebot war erst einige Minuten alt. Nicht lange gefackelt, kindlich bittende Worte in eine Mail gepackt und an die uneigennützige Spenderin geschickt. Minuten später traf eine freundliche Antwort ein. Die Leinwände stehen zur Abholung bereit.

Hurra, ich habe etwas ergattert. Das ist doch wirklich einen Blogbeitrag wert!

Also den Milchschaum aus dem Bart gekämmt. Die Zähne geputzt und die Brille mit Glasreiniger zum Glänzen gebracht. Schließlich möchte ich einen guten Eindruck machen. Nicht dass mich die Gönnerin als verlumpten Bettler ansieht und nicht in ihren Hausflur lässt. Zwischenzeitig erreicht mich noch eine Warnung vor einem heimischen Werwolf auf dem Handy. Zerberus lässt grüßen, Gedanken an einen schulterhohen Höllenhund brannten sich ein. Doch …

vor Ort begrüßte mich ein freudig … nee, gewedelt hat da nix. Aber der Mops meiner Sponsorin tänzelte aufgeregt herum und zeigte mir, dass dort zwei nette Wesen warteten. Die Keilrahmen wechselten den Besitzer. Auch ein Foto der Übergabe wurde unter der Voraussetzung der Anonymität gewährt. Die aufgesetzten Kulleraugen meinerseits zeigten vollen Erfolg.

MEIN HAPPY DONNERSTAG

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Dann gab es noch ein Geschenk obenauf. Irgendwie muss das wohl mein Glückstag sein. Ich bekam noch ein Acrylbüchlein. Eine Anleitung im Umgang mit Farben und Leinwänden, incl. Zeichenhilfen, wie neu.

Liebe Kunstszene, stelle dich schon mal auf neue Meisterwerke ein. Die Acrylfarben in meiner Werkstatt sind bestimmt noch nicht eingetrocknet

EIN DICKES DANKESCHÖN GEHT NOCHMALS AN DIE EDLE SPENDERIN!


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Schon wieder Donnerstag

Es ist schon wieder Donnerstag. Zeit für einen neuen Beitrag. Dieser gestaltet sich heute ganz besonders. Denn gleich werde ich etwas abholen, dass ich auf einer Kleinanzeigenseite ergattern konnte.

Schon wieder Donnerstag

Unter der Rubrik: VERSCHENKEN ist mir heute um 8:00 Uhr etwas ins Auge gesprungen. Scheinbar habe ich Glück, denn für 10 Uhr ist ein Abholtermin vereinbart.

Genauere Infos folgen in ein paar Stunden. 😉


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Achtung Diebstahl

ACHTUNG DIEBSTAHL

Heute geht es mal nicht um ein lustiges Wortspiel. Am Samstag Nachmittag machte ich eine sehr unliebsame Erfahrung, ich wurde beklaut.

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Der Tag begann mit einem heftigen Kratzen im Halse, Husten, schnodderiger Nase und geschwollenen Augen. Auf der Arbeit warf ich das Handtuch. Die Bronchitis lag im Boxring klar nach Punkten vorn. Auch mein Chef sah wohl, dass ich die nächste Runde nicht durchstehen würde. Also nahm er mich nach zwei Stunden aus dem Ring.

Im selben Moment, in dem ich die Firma verließ, krachte ein heftiger Schauer vom Himmel. Das Haargel ran mir brennend ich die Augen. Mein faltenfreies Hemd klebte nach Sekunden wie eine schlabbrige Plastiktüte an mir und der Wind ließ meine Zähne klappern. „War ja klar“, ging es mir durch Mark und Bein. Es bedurfte einer (gefühlten 101 C°) heißen Dusche um mich wieder aufzuwärmen. Der Tag schien gelaufen, der Einladung zur Geburtstagsfeier ließ ich  sofort per Handy eine freundliche Absage zukommen. Danach gab es nur noch eines das mir wichtig war: mein Bett.

Fünf bis sechs Stunden später erwachte ich wieder. In eine Wolldecke eingemümmelt tapste ich in die Küche. Wo ich mit verdrehten Augen feststellen musste, dass sich in meinen Getränkevorräten nur noch ein paar Tüten H-Milch befanden. „Was auch sonst“, murmelte ich. Den ersten Durst stillte der kalte Fencheltee von Frühstück. Auch in meinem Kühlschrank zeugten rollende Strauchbüschel von gähnender Leere und ich könnte schwören, ich habe sogar einen heulenden Kojoten gehört. Die Woche hatte mir bislang noch keine Gelegenheit zu einem Einkauf gelassen. Ohne ein paar Not-Einkäufe würde ich am WE nicht auskommen.

Im Pkw vermittelten mir die verstopften Nasen-Nebenhöhlen den Eindruck, einen Motorradhelm zu tragen. Die Erkältung wechselte auf das nächsthöhere Level und an der nächsten Kreuzung wechselte der Blinker plötzlich den Herzrhythmus. Von einem gesunden KLICK-KLACK zu einem KLICKKLICKKLICKKLICK, jenseits der Grenze zur Lichtgeschwindigkeit. „War klar“, seufzte ich. Die Birne hatte sich wohl auch erkältet und nun verabschiedet.

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Am Konsumtempel angekommen, reihte ich mich mit dem Einkaufwagen in die Schlange vor dem Eingang. Das Fahrverhalten einiger Personen sorgte für erhitze Gemüter in der gesamten Aufstauung. Einige Leute schienen zu glauben, dass dort das Reißverschlussverfahren gilt. (Bis ganz zum Anfang der Schlange fahren und dort dann einordnen.) Mir war es schon egal, die Augen drückten und der Kopf brummte. „Jetzt nicht auch noch Streit“, dachte ich.

Im Trippel-Trappel Tempo ging es von den Süßigkeiten in Richtung Gemüse. Gedränge und ständig Auffahrunfälle mit dem Einkaufsvehikel, in dem langsam aber sicher Wasser, Brot, Champignons und ein Eis landeten. Mit großer Überzeugungskraft redete ich mir ein, letzteres wäre die ideale Heilunterstützung für meinen kratzigen Hals.

Da fiel mir meine offene Einkaufstasche ins Auge. Hatte ich diese nicht mit beiden Trageschlaufen an den Nippel vom ausklappbaren Kindersitz gehängt? Nun hing ein Tragegriff ausladend nach vorn, der Beutel weit geöffnet. Mein nächster Gedanke war: „Nicht auch das noch!“ Und tatsächlich, kein Inhalt im Beutel, von der portablen Bank keine Spur. Nachdem ich die Tasche umgestülpt und alle Einkäufe einmal von der Linken zur Rechten geräumt hatte, stand es fest.

ICH WURDE IM GEDRÄNGE ABGEZOGGT UND BEKLAUT!

wpid-diebstahl3.pngSchwer atmend packte ich das Eis zurück in die Truhe. Die restlichen Einkäufe landeten bei einer Mitarbeiterin. Die abenteuerlich Fahrt von der Käsetheke Richtung Ausgang erspare ich den Lesern/innen mal. Die informierte Kassiererin rief mir die Geschäftsführerin, bei der ich Name und Telefonnummer hinterließ. Hilfsbereit versprach man mir eine Rückmeldung, allerdings solle ich mir keine all zu großen Hoffnungen auf mein Bares machen. „Es ist gar kein Geld in der Börse“, konnte ich nur antworten und erntete von umherstehenden Kunden freundliche Worte der Anteilnahme. Kurz vor Ladenschluss beschloß ich auf jeden Fall zurückzukehren und den Mülleimer vor dem Eingang zu kontrollieren. Nicht das meine Papiere (Ausweis, Führerschein, Fahrzeugpapiere …) unbeabsichtigt in einer Müllpresse landeten.

Der herzrasende Blinker war mir mittlerweile scheißegal. Aber dann ließ mich die berüchtigte Bahnschranke in Recklinghausen Süd geschlagene 13 Minuten warten. „Danke auch hierfür!“, seufzte ich. Während der Wartezeit wurde ich mir eines starken Durstgefühls gewahr. Aber bei der Lösung dieses Problems geriet ich in eine Gedankenschleife, die mich zur augenblicklichen Situation zurückführte.

Endlich Daheim, Teewasser aufgesetzt, dann erst einmal die ec-Karte sperren, besser ist das! Noch bevor die Nummer der Hotline vor mir lag, dudelte mein Mobilknochen. „Was denn jetzt noch?“ Mittlerweile dröhnten meine Trommelfelle, jeder Perlentaucher hätte Hochachtung vor mir. Meine wehleidige Miene wurde dennoch schlagartig freundlicher. Wahrscheinlich hat sich sogar der Rest meines Körpers erschreckt, weil meine Lippen plötzlich lächelten.

„Ihr Portemonnaie wurde abgegeben“, klingelte es erfreulich in meinen Ohren. Die Anspannung des bisherigen Tages purzelte von meinen Schultern, wie die Last nach einem Speckstein-Großeinkauf. Während ich mir die Schuhe überstreife, klingelte es an der Haustüre. In meinem Hirn böllerte ich los: „Was, wer … ?“ Dem Gastgeber der Geburtstagsfeier hatte ich abgesagt aber den Kollegen, den ich mitnehmen wollte, hatte ich vergessen. Kurz entschlossen landete er zwecks seelischer Unterstützung auf dem Beifahrersitz. Denn es war immer noch unklar, ob Karten und Papiere sich noch in meiner Geldbörse befanden.

Glück im Unglück, sämtliche Karten und sogar das Kleingeld waren noch vorhanden. Dem Dieb schien an Hartgeld (1,83 € – Wechselgeld vom letzten Bäckereibesuch) wohl nicht gelegen. Ich bedankte mich mehrmals bei der Geschäftsführerin, die mir mein Kleinod übergab. Bastian, der Deutschland nur für wenige Tage einen Besuch abstattet, spendierte ich zur Feier des Tages Kaffee und Kuchen. Trotz betäubter Geschmacksknospen eine Wohltat.

So blöde es auch klingt: Der Tag hat dennoch positiv geendet. Es hätte auch ganz anders kommen können. Ich möchte nicht daran denken, welchen Aufwandt es bedeutet hätte, alle Papiere neu anzufordern. Oder welche Nerven mich eine missbrauchte ec-Karte gekostet hätte.

SONNTAG

Die Erkältung quält mich heute mehr denn je. Dennoch geht es mir innerlich besser. Abgesehen vom glimpflichen Ausgang der Einkaufgeschichte, sorgen einige Dinge für ein gutes Bauchgefühl. Mein Chef hat bemerkt, dass ich echt im Arxxx war und hat mich heimgeschickt. Meinem letzten Brötchengeber wäre dies schxxxegal gewesen. Die Hilfsbereitschaft der Mitarbeiter im Supermarkt, die auch ganz anders gekonnt hätten. Auch der nette Zuspruch der Kunden in meinem Missgeschick hat geholfen. Dann noch mein Kumpel, der seit Jahren im Ausland lebt. Wir sehen uns leider nur sehr selten. Dennoch hat er gleich angeboten (falls die ec-Karte weg wäre) den Einkauf finanziell zu stemmen.

Die Welt ist nicht nur voller Idioten, sondern auch voller hilfsbereiter Menschen. Ich habe überlegt, wie ich mich bei den samstagsgestressten Mitarbeitern des Discounters bedanken könnte. Ich habe beschlossen eine kleine Urkunde zu drucken, auf der ich meinen Dank zum Ausdruck bringen werde.

DANKE