UweImortBlog


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Sonnendeck

Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf’m Sonnendeck. Bin ich, bin ich, bin ich …*
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Mental die Füße hochlegen, die Augen schließen und die Geräuschkulisse der Natur genießen. Das klappt beim kleinen Tagesabschlussspaziergang, auf der Parkbank, in der Mittagspause und selbst in der Wartezeit an der Bushaltestelle. Man muss diesen Luxus nur wahrnehmen (können).

Aktuell genieße ich allmorgendlich die natürliche Sonnenstudio-Atmosphäre meiner Küche. Der Frühstückskaffee wird zum gute Laune Kaffee. Und die Magarin auf dem Brot funkelt wie ein kleiner See im Sonnenlicht.

Das Gesamtpaket Gesundheit – heilend, beruhigend, entspannend, die Stimmung aufhellend … und das alles auch noch kostenlos. Da mir der eigene Garten fehlt, habe ich mir am Wochenende eine Decke gegriffen und mich für einige Stunden samt Verwöhnkaffee in einen Park gelegt. Ich kann es nur empfehlen … bitte nachmachen! Alle Mann, ab auf’s …

SONNENDECK!

*(Peter Licht – Sonnendeck)


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Sonniges BLOG-Studio

Ganz aktuell, heute Morgen, es ist 07:00 Uhr.

Seit einigen Monaten schreibe ich den Großteil des Blogs in meiner Küche. Erst verschlug mich das SCHWARZE UNGLÜCK, dann der Wegfall meiner PC-Hardware an das Tablet und in die Küche. Hier kann ich gefahrlos Kaffee schlürfen und entspannt Beiträge verfassen.

Seit einigen Tagen behindert mich ein neuer Umstand. In diesem Falle ist es eine Unannehmlichkeit der angenehmen Art, denn meine Küche liegt auf der Sonnenseite des Lebens Gebäudes. Das Küchenfenster spendiert mir wunderschöne Sonnenaufgänge und bis zum Nachmittag hin, das ALL-INCLUSIVE-Paket wärmender Strahlen unserer kosmischen Fernwärme-Heizung.

Allerdings brennt die Sonne (auch heute wieder) durch das Fenster, direkt auf meine Bistro-Sitzecke. Natürlich erfreue ich mich am goldenen Lichtspiel in meinem Kochstudio. In der prallen Sonne hockend, verschwindet allerdings die Anzeige meines Tablet im gleißenden Gegenlicht. Egal wie ich mich drehe und wende, die lachenden Sonnenzungen löschen jegliche Sicht aus. Weder der Schattenwurf (m)einer Milchtüte, nicht einmal eine Gardine kann Abhilfe schaffen. Außerdem bevorzuge ich ein textilfreies Küchenfenster. So gesehen, ein wahres Luxusproblem.

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Als Freund von Herausforderungen bin ich zeitgleich ein Fan von dazugehörigen Lösungen. Diese lautet in meinem Fall: PLISSEE. Ein Wort, das mir bislang nicht geläufig war und anfangs meine Augenbraune misstrauisch in die Höhe schnellen ließ.

Im Gegensatz zur Gardine finde ich diesen Sichtschutz nicht nur äußerst stylish, sondern auch noch praktisch. Komplett zusammenschiebbar verschwindet er im Fensterrahmen. Während meiner Schreibarbeiten ziehe ich die Faltlamellen einfach nach Stand der Sonne aus. Im Anschluss genießen die Küchenflora und ich wieder die wunderbare Atmosphäre im sonnigen BLOG-Studio. Wenn doch alle Hinderlichkeiten im Leben so einfach und chic gelöst werden könnten.

Mittlerweile ist es 8:00 Uhr, ab ins Netz mit diesen Zeilen.


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Von Pfiffen und Freundlichkeit

Von Pfiffen und Freundlichkeit

 Zwischen den Feiertagen ist es recht beliebt, einen Brückentag zu legen. So habe auch ich diesen Zeitraum genutzt. Mit Sonnenmilch, Kappe und einer Flasche Wasser bewaffnet, habe ich meinen Drahtesel wieder mobilgemacht.

13:00 Uhr

Bekannt für meinen Hang zum Unkonventionellen, gestaltete ich diesen Ausflug ein wenig ungewöhnlich. Zu Beginn trieb es mich in die Innenstadt von Recklinghausen. Dort besuchte ich Freunde. Gönnte mir eine kurze Pause, nichts wirklich Besonderes. Doch dann trieb es mich ins Unbekannte, ich bog ab in eine mir absolut unbekannte Richtung. Für Notfälle nenne ich ein Smartphone mein Eigen. Sollte sich nach längerer Fahrt das Problem einstellen, dass ich die Sprache der Anwohner nicht mehr verstehe. So kann ich immer noch auf die im Telefon integrierte Navigation zurückgreifen. Beruhigt begann meine Tour ins Blaue.

14:00 Uhr

Sicherlich kennen viele, die öfter aufs Rad steigen die Problematik. Wohin, woher soll die Tour führen? Bekannte schöne Strecken werden mit der Zeit langweilig. Für ausgiebige Planungen mangelt es meist an der Zeit zur Ausarbeitung. Kurz entschlossen lenkte ich mein Mountainbike neuer Wege. Zentrum, Sternwarte und dann hinein ins Unbekannte. Auf Straßen, über kleine Wege und zwischen Feldern entlang. Gewollt achtete ich weder auf Himmelrichtung, noch auf Straßennamen. Die Autos wurden weniger und die Umgebung immer grüner. Stark befahrene Hauptstraßen versuchte ich zu meiden. Stattdessen gönnte ich mir im bequemen Strampelschritt die Feinheiten der Umgebung. Sturmschäden waren natürlich allgegenwärtig. Erschreckend beeindruckend präsentierten sich mir die Kräfte der Natur unzählige Male. Welche Gewalt gehört dazu, solch einen großen Koloss zu stürzen?

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16:00 Uhr

Aus der Ferne erblickte ich diesen (?) Förderturm. Interessiert steuerte ich darauf zu. Stillgelegte und leicht eingefallene Bauten begrüßten mich bald. Verriegelte Hallen und zugenagelte Fenster ließen meine Neugierde aufkochen. Schon die ersten Blicke in die verfallenen Gebäude verrieten mir, hier schien die Industrie unlängst tiefe Träume zu pflegen.

Doch es regte sich auch Leben. In Richtung Turm standen zwei junge Arbeiter in Blaumännern und grüßten freundlich aus einiger Entfernung. Verschwanden aber, bevor ich sie fragen konnte, um was für ein Gelände bzw. Gebäude es sich handelt.

imageDa sonst niemand zu sehen war, wollte ich wenigstens ein Erinnerungsfoto machen. Vielleicht würde ich später via Internet noch recherchieren, auf was ich da gestoßen war. Doch während ich den Auslöser meiner Handycam drückte ertönten mehrere Pfiffe. Nachdem ich das Telefon wieder in meiner Tasche verstaut hatte, fiel mein Blick auf einen Mann im mittleren Alter. In Jeans und Hemd pfiff er und wedelte dabei hektisch mit den Armen. Freundlich hob auch ich die Hand zum Gruße. Mir war wirklich nicht ganz klar, was diese taktischen Zeichen und Tonfolgen bedeuten sollten.  Mit Freundlichkeit als Reaktion soll man angeblich nie etwas verkehrt machen. Angeblich …!!!

Der Herr stieg in seinen Kleintransporter, fuhr die 15 Meter Distanz auf mich zu und hielt. „Hallo, ist das eine alte Zeche oder was wurde hier abgebaut?“ begrüßte ich ihn. Ein äußerst aggressives: „Was willst DU denn hier? Siehst du nicht das, das Privatbesitz und Betreten verboten ist?“ Leider war mir dies tatsächlich entgangen, denn weder Tür noch Tor hatten mir den Zutritt versperrt, noch war irgendwo ein Verbots-Schild angebracht.

Ärger mag ich nicht. Fand es aber doch recht dreist von einer Person in Privatkleidung (nicht zu erkennen ob er zu einer Firma gehört) ständig mit DU angesprochen zu werden. Von den Pfiffen mal ganz abgesehen.
„Das ist ein Privatgrundstück, bitte verlassen sie das Gelände!“ hätte sicherlich schneller für Klarheit gesorgt und ich wäre wieder fort geradelt. Aber scheinbar bedient man sicher in dieser Firma Pfeilflauten zur Verständigung. Was ich natürlich auch nur vermuten kann.

Dem herablassenden Ton folgten Erkundigungen nach meiner Schulbildung. Schließlich wisse doch jeder, dass man Industriekultur nicht betrachten darf. Auf meine Frage „Ob wegen eines Fotos solch ein Ton anschlagen werden müsse?“ bekam ich keine Antwort. Dass mich zwei andere Angestellte zuvor noch nett gegrüßt und unbehelligt gelassen hatten, habe ich dann für mich behalten. Ich denke, diese Mitarbeiter hätte er dann auch in ähnlicher Weise „angepfiffen“.  Nach der rechtlichen, etwas fragwürdigen Belehrung folgte ein sehr Unspektakuläres: „Jetzt verpiss dich!“

Bei Gelegenheit werde ich mein Halbwissen bezüglich des generellen Verbots zum Betreten von Firmengelände auffrischen. Grundsätzlich hat der Eigentümer/Besitzer eines Grundstücks natürlich Hausrecht. Das akzeptiere ich und folge einem Platzverweis.  Aber in einer zivilisierten Gesellschaft macht der Ton die Musik. Und ich bin mir nicht sicher ob Pfeifen dazugehört.  Trotzdem konnte ich mir ein freundliches Lächeln bewahren. Schließlich hat sich wieder einmal erwiesen woher bzw. wovon wir alle abstammen.

17:00 Uhr

Mittlerweile hatte ich den Golfplatz in Marl hinter mir gelassen und fuhr immer weiter, vorbei an zahllosen Erdbeerfeldern. Da meldete sich plötzlich mein Magen. Für mich ein ernster Zustand. Kurz entschlossen nahm ich Kurs auf eine kleine Siedlung. In einem Vorgarten sprach ich einen älteren Herren an. Dieser war recht verwundert, dass ich nicht wusste, wo ich war. Zugegeben, Fahrten der Nase nach sind nicht alltäglich. Dennoch erklärte er mir freundlich den Kurs Richtung Heimat. Meine Reifen brachten mich dann schnell wieder auf bekanntes Terrain.

Gegen 18:30 Uhr erreichte ich meine Haustür. Genug Sonne, genug Sport, genug Natur für einen Tag. Ein wenig ausgepowert und sichtlich zufrieden gönnte ich mir ein kühles Bier und ein anständiges Abendbrot. Belohnung muss natürlich sein.