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Schlangen-Speckstein

Wer diesen Blog schon einige Zeit verfolgt, wird es sicherlich bemerkt haben. Eine meiner liebsten Passionen ist die des Specksteins. Regelmäßig juckt es mich in den Fingern. Dann will die Kreativität in die Welt hinaus. In diesem Falle wollte sie mir etwas zeigen.

An den wenigen Regentagen, während des letzten Urlaubs habe ich meinen kleinen Basteltempel mit Leben gefüllt. Verweilt dieser über den Sommer meist in einer Art Winterschlaf. Wollte ich die trüben Tage dennoch sinnvoll nutzen. Der Basteltempel ist (m)eine Kreativwerkstatt. Zu spannenden Hörspielen und Musik wurden Säge, Feile und Bohrer geschwungen. Auf diese Weise habe ich mich als Geburtshelfer betätigt. Neue Stücke sind aus Stein geboren. Allen Interessierten möchte ich diese nun in kurzen Abständen vorstellen. Den Anfang macht ein …

SCHLANGEN -SPECKSTEIN

wpid-schlange.png

Hier zu sehen, die einzelnen Stufen der Entstehung dieses Kleinods.

  • Anzeichnen der im Stein gefundenen Schlange mit einem Bleistift
  • Heraussägen der Figur aus dem Block (Erstes, hinteres Bild)
  • Herausarbeiten und rundfeilen der Schlange (Rechtes Bild)
  • Passende Trägerplatte aus kontrastreichen Speckstein gesägt und gefeilt
  • Tier auf der Platte befestigt bzw. verklebt
  • Anschließendes, ausgiebiges Ölbad (Dieses bringt die Farben und Strukturen im Gestein zum Leuchten und gibt dem Schmuckstück eine höhere Dichte und Festigkeit.)
  • Fertig (Vorderes Bild)

Das Ergebnis, ein ca. 2 cm x 3,5 cm großer Anhänger. Ob nun an einer Kette, einem Lederband um den Hals oder an einem Armband getragen. Es wird sich sicherlich noch der korrekte Platz und auch die passende Person finden.

Zum Tier selbst:

Wer im Leben trotz Handycap weiter kommt, muss etwas auf dem Kasten haben. Genauer gesagt, wer es versteht, aus einem Handycap einen Vorteil zu machen, dessen Erfolg ist kaum aufzuhalten.

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Lederarmband – do it yourself

Lederarmband – do it yourself

Seit einiger Zeit versuche ich mich an neuen Materialien. Darunter befindet sich auch der wunderbare Werkstoff Leder. Erste Erfahrungen konnte ich mit meinen Geldkatzen, mittelalterlichen Geldbörsen sammeln. Auch an eigenen Lederschuhen für eine mittelalterliche Gewandung habe ich mich versucht. Doch nun zum heutigen Thema. Ich habe für mich und einige Freunde Lederarmbänder hergestellt.

image – WIE GEMACHT?

Für wenig Geld bekommt man beim Sattler beliebig zugeschnittene Lederstücke, auch über das Net kann bestellt werden. Eine Breite von 2 – 3 cm mag ich empfehlen. Die Länge variiert je nach Umfang des Handgelenks. Beim Kauf sollte eine Mindestlänge von 30 cm verlangt werden. Besonders bei ersten Versuchen kommt es zu Verschnitten und kleinen Fehlern. Ist das Armband zu kurz gekauft, lassen sich diese nicht wieder ausmerzen. Wählt ungefärbtes Leder, andernfalls könnte es zu einer allergischen Reaktion kommen. Geeignet sind Lederstärken von 0,3 – 0,4 cm. Dickeres Leder lässt sich nicht via Druckknopf verschließen. Für beispielsweise 0,5 sollte ein Riemenverschluss gewählt werden.

Entsprechend des Umfangs eines Handgelenks abgemessen und zugeschnitten, muss zusätzlich ein überlappender Bereich von 5 – 8 cm mit eingerechnet werden. Hat das Handgelenk also einen Umfang von 18 cm, müssen 6 – 8 cm für die Überlappung hinzugerechnet werden. (18 + 8 = 26 cm Lederband) Auf diese Überlappung wird später der Druckknopf mittig aufgebracht. (Um einen optimalen Sitz zu garantieren, mag man beachten, das Gliedmaßen bei körperlicher Betätigung (z.B. Sport) anschwellen. Dies gilt nicht nur für die Beine, auch Handgelenke können sich verbreitern. Darum sollte ein Armband nicht hauteng sitzen. Hier möge man ca. 0,3 – 0,5 cm zusätzlich mit einrechnen. Andernfalls kann das Armband unangenehm eng anliegen oder sogar schnüren. Gesamtrechnung 18 + 8 + 0,5 = 26,5 cm)

Ist ein Kürzen des Armbands von Nöten, was es in den meisten Fällen ist, sollte auf glatte und gerade Kanten geachtet werden. Hier kann ein Cutter-Messer oder eine Leder/Rettungsschere genaue Ergebnisse liefern. Die Kanten können vorsichtig mit einem Bügeleisen oder einem Lötstift/Lötkolben versiegelt werden. Mit leichtem Druck mehrmals schräg darüber streichen, bis das Leder leicht bräunlich wird und die harten Kanten rund gedrückt sind. Wenn zu langsam oder mit zu viel Druck gearbeitet wird, verbrennt das Leder. Dies sollte tunlichst vermieden werden.

– KANN, NICHT MUSS
Löt-Schreibstift

Löt-Schreibstift

Nun kann die Verzierung erfolgen. Hierzu bietet der Spezial-Handel verschiedene Leder-Stempel (Muster werden per Hammerschlag eingestanzt). Diese Anschaffung ist aber sehr teuer. Ich habe mir mit einem Löt-Schreibstift ausgeholfen.  Diese sind in Kreativ-Läden erhältlich und beinhalten allerlei Musterstempel (Stern, Welle usw.). Auf dem oberen Bild ist zu sehen, wie eine Pfeil-Raute in gerader Linie, immer wieder nebeneinander aufgedrückt wurde. Dies beansprucht viel Feinarbeit (Druckstärke und Länge) und sollte auf einem nicht benötigten Lederstück geübt werden. Mit anderen Lötspitzen lassen sich auch Bilder auf Leder zeichnen oder Texte, z.B. Namen aufbringen. Wem das zu aufwendig ist, kann aber auch auf eine Verzierung verzichten.

– DER VERSCHLUSS

Im nächsten Schritt wird der Verschluss eingesetzt, ich habe mich für einen schlichten Druckknopfverschluss (z.B. Firma Prym) entschieden. Dieser ist im gut sortierten Supermarkt (z.B. REAL) unter Kurzwaren, neben Nähzeug und Reißverschlüssen zu finden. Oder kann preiswert im Internet bestellt werden. Kreativer Energie bieten sich weitere Möglichkeiten in Form von Schnallen, Riemen oder Schnüren. Doch schien mir für das linke Leder ein flacher Druckknopf die passendste Alternative. Aufgebrachte Schnallen wirken oft ein wenig wülstig.

Der Verpackung des Druckknopfs liegt ein passender Locher bei. In der Überlappung des Bandes wird nun jeweils zu Anfang und Ende, 100% mittig liegend der Punkt zur Lochung mit einem Stift angezeichnet. Die Löcher müssen nicht nur mittig, sondern auch gemäß dem Handgelenkumfang + Betätigungszusatz weit auseinanderliegen. ACHTUNG vor Lochung nochmals nachmessen!

Im letzten Schritt werden die Teile des Druckknopfes angebracht. Befolgt dazu die Anweisungen des jeweiligen Herstellers. Meist wird ein Hammer und eine stabile Unterlage benötigt. Es sollte darauf geachtet werden das Oberteil und Unterteil seitenrichtig befestigt werden. Danach ist das Lederarmband fertig.

BENÖTIGT WIRD

  • – Lederstreifen
  • – Hammer
  • – Druckverschluss
  • – Zentimetermaß
  • – Stift
  • – Cutter-Messer
  • – evtl. Löt-Schreibstift
  • – evtl. Lederlochzange

TIPP: Sollte kein Sattler oder Lederlieferant in greifbarer Nähe sein, alternativ kann auch ein normaler VOLL-Ledergürtel (kein Lederimitat) gekauft und unterteilt werden. Imitate oder Teilledergürtel haben innen eine Pappeschicht und sind darum absolut ungeeignet.

Weitere Lederbeiträge:

LEDERBEUTEL / GELDKATZE
LEDERSCHUHE
LEDERARMBAND


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Lederschuhe

LEDERSCHUHE

Einen vom Leder ziehen hat im Allgemeinen eine etwas pikante Bedeutung und zeugt von übertriebener Berichtbestattung. Das möchte ich in Blog-Beiträge möglichst vermeiden. In den letzten Wochen habe ich aber tatsächlich Leder übergezogen. Doch das still und leise ohne damit dick aufzutragen.

imageAm 09.05.2013 berichtete ich bereits über die mittelalterliche Geldkatze, einen Geld oder Tabaksbeutel aus Leber. Ein neues Projekt wurde begonnen, heute möchte ich von meinen Fortschritten mit dem vielseitigen Material Leder berichten.

SCHUHWERK

Als interessierter Mittelalter-Markt Besucher habe ich begonnen mittelalterliches Schuhwerk anzufertigen. Damit mag ich meine Gewandung (mittelalterliche Kleidung) komplettieren, welche ich zu solchen Events auftrage. Wer auf einem Mittelalter Spektakel sein Augenmerk auf diese Art Schuhe richtet, dem springen die teils horrenden Preise ins Auge. Gut und gerne 150,- bis 300,- € wandern da schon mal über die Standtheke. Mag dieser Preis auch gerechtfertigt sein, bin ich nicht bereit ihn zu zahlen. Natürlich gibt es auch weitaus günstigere Alternativen zu kaufen. Doch deren Qualität passt dich dem jeweiligen Preis an.

Mir mag sicherlich handwerkliches Wissen und auch das passende Werkzeug fehlen, komplette Schuhe selbst anzufertigen. Eine praktikable Lösung lag allerdings auf der Hand. Warum nicht vorhandene Schuhe umarbeiten? So etwas nennt sich modifizieren oder pimpen.

WIE GEMACHT?

Mit Ledernadel und Garn ging ich zu Werke. Gesagt getan, auf bequeme Laufschuhe wurden Lederstücke vom Sattler aufgenäht. Dies beanspruchte viel Kraft und einen guten Fingerhut. Denn auch eine gute Ledernadel benötigt sehr viel Druck, um durch einen Turnschuh zu dringen. Die aufzubringenden Lederstücke habe ich zuvor mit Stecknadeln auf dem Schuh befestigt und Nählöcher mit einem Dremel/Bohrer gebohrt. Aber auch so fiel das Durchfädeln des Garns sehr kraftaufwendig aus.

Mit den Näharbeiten ist es aber noch nicht getan.  Eine adäquate Sohle wird mir der Schuster in den nächsten Tagen aufbringen. Aufgrund der Stabilität und Haltbarkeit überlasse ich das dem Fachmann. Sicherlich kein Schuhwerk für den Alltag. Ob die umgearbeiteten Schuhe zu gefallen wissen, überlasse ich jedem Selbst. In dessen Anschluss werde ich noch den Hammer schwingen müssen. Mit kleinen Nägeln werde ich das Leder zur Sohle hin dann abschließend befestigen. Also noch eine Menge Arbeit. Dennoch bin ich von diesem Projekt überzeugt und mit Spaß bei der Sache.

Weitere Lederbeiträge:

LEDERBEUTEL / GELDKATZE
LEDERSCHUHE
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Lederarbeiten

Lederarbeiten

Nach Acryl und Speckstein habe ich mich einem weiteren, kreativen Medium gewidmet, dem Leder. Heute werkle ich mir eine …

GELDKATZE

imageLederbeutel mit Selbstverschluss zum Zusammenziehen. Als Tabakbeutel, Geldbörse oder als Aufbewahrungsmöglichkeit für andere Habseligkeiten. Im Mittelalter auch unter dem Begriff GELDKATZE bekannt. Passend für eine mittelalte

rliche Gewandung oder als stylisher Tabakbeutel und Hingucker. Heute als Geldbörse wohl eher unpraktisch. Kann natürlich auch als kreative Geschenkverpackung oder als Aufbewahrungsort für andere Dinge genutzt werden.

Nun eine kleine Anleitung zur Herstellung.

 
– MATERIAL

Stabile Lederkordeln sorgen für einen sicheren Verschluss und Tragekomfort. Lederreste einer Sattlerei, Holzkugeln und Lederschnüre vom Schuhmacher bilden die Grundmaterialien. Gürtellochzange und eine stabile Haushaltsschere dienen als Werkzeug.

 
– WIE GEMACHT?

Leder kreisrund zuschneiden, berücksichtigt beim Durchmesser das sich das spätere Volumen mehr als halbiert. Soll der Beutel also ca. 10 cm Platz bieten, sollte der Zuschnitt 25 cm betragen. Durch das spätere Zusammenziehen verringert sich der Beutel um die Hälfte. Fünf weitere Zentimeter sollte der Abstand vom Rand bis zur Lochung für die Lederkordel betragen.
Die Lochung erfolgt im Idealfall mit einer handelsüblichen Lochzange. Die Löcher dürfen ruhig den doppelten Durchmesser der Kordel besitzen. Der Abstand der einzelnen Löcher sollte ca. 5 – 8 cm voneinander betragen und zuvor angezeichnet werden. Je größer der Beutel, desto weiter kann der Abstand der Löcher zueinander sein. Die Anzahl der Löcher entscheidet darüber ob die Kordel durchgezogen und sich der Beutel anschließend zuziehen lässt.

Die Gesamtzahl aller Löcher muss eine gerade Summer ergeben. Teilt man diese durch 2, muss ebenfalls wieder eine gerade Summer dabei herauskommen.

RICHTIG – Beispiel: Der Beutel hat 16 Löcher (ist eine gerade Zahl) : durch 2 = 8 (gerade Zahl)

FALSCH – Beispiel: Der Beutel hat 14 Löcher (ist eine gerade Zahl) : durch 2 = 7 (keine gerade Zahl)

 
– DIE KORDEL

Die Kordel sollte aus einem festen Material bestehen. Bei einem Lederbeutel bietet sich eine Lederkordel an. Es kann aber auch eine feste Leinen/Kunststoff-Schnur benutzt werden.
Version: 1 Kordel
– Mann beginne von der Außenseite mit dem Einfädeln. Und führt die Kordel jeweils zum nächsten Loch, jeweils der Schnur zugewandten Beutelseite. Also immer von außen nach innen, nach außen, nach innen. Nach dem oben genannten Prinzip der Anzahl steht die Kordel beim letzten Loch wieder aus dem Beutel, direkt neben dem Anfangsfaden heraus.
– Nun kann der Beutel vorsichtig zugezogen werden. Als Verschluss kann über beide Kordeln eine Holzperle gezogen werden.

Version: 2 Kordeln

– Mann beginne von der Außenseite mit dem Einfädeln der ersten Kordel. Und führt die Kordel jeweils zum nächsten Loch, jeweils der Schnur zugewandten Beutelseite. Also immer von außen nach innen, nach innen, nach innen, immer im Kreis. Nach dem oben genannten Prinzip der Anzahl steht die Kordel beim letzten Loch wieder aus dem Beutel, direkt neben dem Anfangsfaden heraus.
– Nun beginne man, die zweite Kordel genau auf der entgegengesetzten Hälfte einzufädeln. Und wieder hole alle wie bei Kordel eins. Im Grundsatz stehen sich die Kordeln u-förmig gegenüber und der Beutel lässt sich so noch stabiler verschießen. Die jeweils zusammengehörigen Bänder können mit einer Holzperle verknotet werden.
In relativ kurzer Zeit sind so die abgebildeten Beutel entstanden.

 
In relativ kurzer Zeit sind so die abgebildeten Beutel entstanden. Leder ist ein tolles Material, ich werde sicherlich bald wieder damit arbeiten.
 
Weitere Lederbeiträge:

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